Markt der Möglichkeiten diesmal im Rathausinnenhof
Vom 18. September bis 8. Oktober 2026 finden wieder die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit statt. Sie sind eine Initiative des Rates für Nachhaltige Entwicklung und Teil des Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit. Auch der Verein Münster nachhaltig hat in 2026 wieder ein umfangreiches Programm mit dem Markt der Möglichkeiten am 12. September im Rathausinnenhof als Höhepunkt. Er findet zwischen 10 Uhr und 16 Uhr statt.
Das Projektteam von Münster nachhaltig begrüßte Vertreter:innen folgender Vereine und Initiativen beim Vorbereitungstreffen für den Markt der Möglichkeiten: Amnesty International, Haus vom Guten Hirten, Alte Apotheke, Freiwilligenagentur, Slow Food, Südviertelhof, Ernährungsrat, Futro_MS, Biologische Station Rieselfelder, BUND Münster, Baumfreunde Münster, Initiative Entrup119 e. V. , Aktion Pestizidfreies Münster, Kulturquartier Münster, Insitut für Theologische Zoologie, Sharing App, Pro Bahn, Bündnis Straßenbahn, Welladen La Tienda und Altglashelden. (Foto: G. Bellinghausen)„Tage der Nachhaltigkeit“ weiterlesen
Kreis Steinfurt. In dieser Wochegab es für die Nutzer:innen des Öffentlichen Verkehrs sowie für den Klimaschutz einen erneuten Tiefschlag in der 4. Verbandsversammlung des Zweckverband Mobilität Münsterland am Aasee in Münster. Am 15. Juli 2026 stellte Markus Rümke, Sachgebietsleitung Strategische Planung Nahverkehr Westfalen-Lippe, die Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) auf der Strecke von Rheine nach Recke vor. Mit einem niederschmetternden Ergebnis für Bahnbefürworter:innen, denn die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass eine Wiederinbetriebnahme des Schienenverkehrs von Rheine über Altenrheine, Rheine-Kanalhafen, Hörstel, Uffeln nach Recke wirtschaftlich nicht tragbar sei. Auch für die in Bearbeitung befindliche Reaktivierung zwischen Recke und Osnabrück ist diese Entscheidung ein Rückschlag.
Münsterland-Tour des neuen Pro Bahn MSL-Vorsitzenden
Der regionalen Fahrgastverbandes Pro Bahn Münsterland hat einen neuen Vorsitzenden. Der fast 64-jährige Münsteraner Werner Szybalski, Politikwissenschaftler (M.A.), Journalist und langjähriger Aktivist unter anderem im Bereich Verkehrswende, geht am Dienstag, dem 17. Juni 2025, auf Schienentour durchs Münsterland. Dabei möchte er die neue Struktur von Pro Bahn im Münsterland und die teilweise Jahrzehnte alten noch immer unerfüllten, aber auch neue, teilweise revolutionäre Verbesserungen gegenüber Medien und zufälligen Bahnsteiggästen kund tun.
Karte mit dem Streckenverlauf den der neue Pro Bahn-Vorsitzende im Münsterland, Werner Szybalski, am kommenden Dienstag nehmen wird. (Grafik: openstreetmap.org, Bearbeitung: Pro Bahn Münsterland)
Ein Tag im Zug und auf dem Bahnsteig
Los geht es um 9 Uhr in Coesfeld, von wo es über Münster nach Burgsteinfurt (Ankunft: 10.41 Uhr) geht, wo der Pro Bahn-Vorsitzende im Münsterland in den Bus (Schienenersatzverkehr bis Gronau) einsteigen muss. Auf Gleis 1 wird Werner Szybalski gegen zwanzig vor zwölf eintreffen. Nach dem Mittag (12.22 Uhr) reist er mit dem RB 51 nach Lünen und von dort wieder zurück nach Münster. Dort steht er von halb vier an auf Gleis 17 fast eine Stunde bereit, Anregungen zum Schienenpersonennahverkehr (SPNV) anzunehmen, Fragen von interessierten Bahnnutzer:innen und natürlich der Presse zu beantworten. Vielleicht ist zeitlich auch ein kurzes Gespräch mit der so wichtigen Bahnhofsmission möglich.
Über Warendorf (Bahnsteiggespräche auf Gleis 1 zwischen 16.50 Uhr und 17.53 Uhr), Rheda und Hamm geht es zurück nach Münster, wo Werner Szybalski ab 19:48 Uhr für eine Dreiviertelstunde auf Gleis 12 für Gespräche bereit steht. Über Osnabrück, erstmals an diesem Tage fährt er nicht mit einer Regionalbahn sondern mit dem Regionalexpress 2, mit 40-minutigem Aufenthalt ab 21:10 Uhr fährt er mit dem RE 62 zum Abschluss der Bahnsteiggespräche nach Rheine, wo er von 22.18 Uhr bis 22:53 auf Gleis 3 sein wird.
15 Stunden Bahnsteig-Speeddating und entspannte Gespräche im Zug
Zurück in Münster hat der Vorsitzende für die Befahrung dieser Strecke – es fehlen ihm nach rund 15 Stunden in Zügen und auf Bahnsteigen nur die Verbindungen von Haltern über Dülmen nach Münster sowie die drei Stichbahnen nach Coesfeld, Borken und Bocholt und aus dem VRR-Gebiet. Dabei wird Werner Szybalski nur mit Bahnen im öffentlichen Besitz (DB Regio AG NRW und Niedersachsen sowie Eurobahn) unterwegs sein.
Der Fahrplan ist ambitioniert, denn trotz guter Vorbereitung müssen die Nahverkehrszüge auch tatsächlich relativ pünktlich verkehren, damit die Bahnsteiggespräche auch funktionieren können.
Der Öffentlichen Verkehr auf der Schiene muss ab morgen die Zukunft gehören
In einer Zeit in der täglich beim Wetter der Einfluss des Klimawandels zu spüren ist, muss ohne wenn und aber die erste Priorität beim Nachhaltigsten aller Verkehrsträger, dem elektrischen Schienenverkehr, liegen. „Die Diskussionen über Technikoffenheit sind schön, sicherlich auch vielfach profitabel umzusetzen, aber für den Schutz unserer natürlichen Umwelt und damit des gesamten Planeten eine Katastrophe. Niemand, zumindest bei Pro Bahn ist das so, will zurück in die vorindustrielle Zeit, aber für etwas Zeitgewinn und höhere Mobilität unsere Lebensgrundlagen gefährden, ist sicherlich der falsche Weg“, begründet Werner Szybalski sein Engagement für den schienengebundenen Verkehr als uneingeschränkter und mit allen Privilegien auszustattenden Verkehrsträger Nummer eins.
Dabei ist ihm die Fahrgastperspektive die wichtigste aller Blickwinkel auf Planung und Betrieb des Öffentlichen Verkehrs, der zudem von den Menschen vor Ort direkt kontrolliert und deren Entscheidungen in Fahrgastforen und in Fahrgastbeiräten mitgeprägt werden müssen. Der Fernverkehr kann aus der Ferne gemanagt werden, „der Nahverkehr müsse aus der Nähe geplant, unterhalten und betrieben werden“, betonte der Pro Bahner.
Vorbild für Werner Szybalski: Die kommunale Bentheimer Eisenbahn AG mit eigenen Fahrzeugen, eigener Strecke und eigenem Bahnhöfen – hier im Bild der Bahnhof Nordhorn, 2023 von der Allianz pro Schiene als „Bahnhof des Jahres“ ausgezeichnet.. (Fotos: Werner Szybalski)
Übernahme von Nebenstrecken durch Land oder Kommunen
Dabei ist Pro Bahn – auch bundesweit – ganz wichtig, dass die häufig, wie zum Beispiel die Strecke von Münster über Warendorf – in Landes-, Stadtregions- oder kommunaler Hand kommt. Idealerweise fahren dann dort die Züge im zeitlich überschaubaren Nahverkehrsumlauf, um wieder so pünktlich wie früher sprichwörtlich die Bahn war oder heute noch in der Schweiz ist. „Die Bentheimer Eisenbahn AG, ein Unternehmen im Kreisbesitz, ist das große Vorbild in der erweiterten Region. Sie haben ihre Strecke modernisiert, bundesweit geehrte Bahnhöfe errichtet und den Zugverkehr von Bad Bentheim zukünftig sogar bis nach den Niederlanden durch die Grafschaft höchst erfolgreich reaktiviert. Da kann sich ganz Westfalen etwas abschauen und vielfach sogar einfach nachmachen“, erklärte Szybalski, der Projekte in allen Kreisen und in Münster vorantreiben will. Dazu gründet Pro Bahn Münsterland die Arbeitsgruppe „RB Münsterland“, die alle Projekte bewerben will und Öffentlichkeit für nachhaltigen SPNV im Münsterland schaffen will. Sie ist offen für alle interessierten Menschen und tritt erstmals an Fronleichnam (Donnerstag, 19. Juni 2025) von 17 Uhr bis 19 Uhr im Umwelthaus (Zumsandestraße 15 in 48145 Münster) zusammen.
Unterstützung und Begleitung
Werner Szybalski wird in verschiedenen Orten von Pro Bahn- Mitgliedern aus seinem eigen Verband, zum Beispiel Margarete Jungkamp in Gronau oder durch seinen Vorgänger Franz Maxwill in Warendorf, unterstützt. Auch Menschen aus den angrenzenden Pro Bahn-Regionen, Südwestniedersachsen, Ruhr und Ostwestfalen sowie von der Straßenbahninitiative Osnabrück Auch Fabian Wittke, Stellvertretender Vorsitzender des mit Pro Bahn im Münsterland verbundenen Verkehrsclub Deutschland, wird Szybalski auf einem längeren Teil seines Weges begleiten.
Führungswechsel beim Fahrgastverband Pro Bahn Münsterland: Nachfolger Werner Szybalski (r.) aus Münster bedankte sich bei Franz Maxwill aus Everswinkel der mehrere Dekaden den Regionalverband leitete.
Anregungen und Themen für die Bahnsteiggespräche und als Arbeitsaufträge für die Arbeitsgruppe „RB Münsterland“ von Pro Bahn Münsterland können an sofort als Mail geschickt werden.
Transparenzhinweis: Der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn Münsterland, Werner Szybalski, ist Betreiber dieser Webseite und Herausgeber des Selfprint-Lokalmagazins VIELFALT!Das bunte Münster sowie der Stadtbahn, die regionale Zeitschrift für den öffentlichen Verkehr.
Am Montagmorgen (19. Mai 2025) sollen in Ahaus am Kreisverkehr Umbauarbeiten beginnen. „Es handelt sich um Tiefbaumaßnahmen externer Dritter zur Vorbereitung möglicher anstehender Castor-Transporte nach Ahaus und nicht um Baumaßnahmen der Stadt Ahaus“, stellt die Stadt in einer Pressemitteilung klar. Diese Bauarbeiten dauern bis zum 26. Mai 2025. Ab dann könnte in Ahaus die Schwertransporte, vor denen sich viele Menschen im Land fürchten und sie deshalb ablehnen, durch die Stadt fahren. Natürlich geht es geht um Castorbehälter mit Atommüll aus dem ehemaligen Kernforschungszentrum Jülich. Von dort sollen mit 152 Castor-Transporten über die Straße rund 300.000 hochradioaktive Brennelemente ins Atommüllzwischenlager nach Ahaus verbracht werden.
Dies möchten Demonstrant:innen morgen ab 9 Uhr mit einer Mahnwache am „Tobit-Kreisel“ in Ahaus und abends ab 18 Uhr mit einer Kundgebung vor einer öffentlichen Informationsveranstaltung der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH vor dem Rathaus in Ahaus verhindern. Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, unterstützt von „Sofa Münster“ (Sofortiger Atomausstieg), dem Jülicher Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ und anderen Anti-Atomkraft-Initiativen, möchten mit dem Castor-Aktionstag und Petitionen die Transporte verhindern.
Brief an Bundesumweltminister geschrieben
Verschiedene Anti-Atomkraft-Organisationen haben gemeinsam an den neuen Bundesumweltminister Carsten Schneider von der SPD geschrieben. Sie fordern ein Moratorium (Aufschub des Transportes zum Beispiel durch eine Verordnung des Ministers) für weitere Castor-Vorbereitungen. „Der hochradioaktive Atommüll wurde in Jülich erzeugt. Eine sichere Endlagermöglichkeit gibt es weiterhin nicht. Deshalb ist die Weiterlagerung in Jülich mit dem Neubau eines modernen Zwischenlagers bei uns in Jülich die verantwortungsvollste Option. 152 Castor-Transporte über die ohnehin maroden Autobahnen von NRW sind der falsche Weg, der nur neue, erhebliche Sicherheitsrisiken bringt. Bund und Land müssen sich endlich an einen Tisch setzen und in Jülich eine belastungsfähige Lagerperspektive schaffen“, erklärte auf der BI-Webseite Marita Boslar vom Jülicher Aktionsbündnis „Stop Westcastor“. Durch eine gründliche Neuprüfung des gesamten Vorhabens und ernsthafte Verhandlungen zwischen dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen ist für die Aktivist:innen die beschriebene Lösung ein realistischer Vorschlag.
Atommüllzwischenlager in Ahaus. (Foto: Archiv Werner Szybalski)
„Wir setzen auf den neuen Bundesumweltminister Schneider. Er kann das Verfahren stoppen und für eine sachgerechte, langfristige Lösung sorgen. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“, erklärte Felix Ruwe von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ auf ihrer Internetseite.
„Die geplanten Castor-Transporte sind unnötig und riskant“
Dr. Fabian Fahl
MdB macht Druck
Auch der Aachener Bundestagsabgeordnete der Linken, Dr. Fabian Fahl, verlangt den Verzicht auf die Castor-Transporte. In einer Pressemitteilung machte der Klimaexperte deutlich: „Ich fordere die Aussetzung der Transporte nach Ahaus und die konsequente Weiterverfolgung der Neubauoption in Jülich. Kurzfristig mag dies teurer erscheinen, aber langfristig ist es die sicherere und nachhaltigere Lösung.“ Fahl ist der Überzeugung, dass die „Bevorzugung der Ahaus-Option eine primär politisch motivierte Entscheidung, die langfristige Sicherheitsaspekte außer Acht“ lasse. Da er Versäumnisse – offensichtlich auch bei der Landesregierung – sieht, stellte er gleich zu Beginn seiner Abgeordnetenzeit in Berlin eine Anfrage an die Bundesregierung, die noch von der Ampel beantwortet wurde.
Schon zuvor hatte Fahl am 11. April 2025 erklärt: „Die geplanten Castor-Transporte sind unnötig und riskant. Es ist nicht zu spät, den Atommüll in Jülich zu belassen und ein neues, sicheres Zwischenlager vor Ort zu errichten.“
Düsseldorf könnte die Transporte stoppen
Mitte April schrieb die wegen des Regierungswechsel in Berlin inzwischen ersetzte grüne Staatssekretärin Claudia Müller auf die Anfrage von Dr. Fabian Fahl, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags schon 2022 erklärt hätte, der Ausschuss fordere „die kostengünstigere Verbringung der Brennelemente nach Ahaus“, wenn das Land Nordrhein-Westfalen „die Mehrkosten eines Neubaus in Jülich nicht tragen möchte“. Dazu unterstrich Claudia Müller: „Eine solche Absichtserklärung seitens des Landes NRW ist der Bundesregierung nicht bekannt.“ Für Fahl schimmert da eine Möglichkeit durch, die Transporte aus der Landeshauptstadt, durch die die Castoren übrigens durchrollen sollen, zu stoppen.
Ende Juni vergangenen Jahres erklärte in Oberhausen die Landesdelegiertenkonferenz der Grünen, dass sie die Landesregierung ausdrücklich darin bestärke, „den Koalitionsvertrag bezüglich des Atommülls in Jülich umzusetzen und den Plan einer Verbringung der Castoren nach Ahaus zu verhindern.“ Liegt der Schwarze Peter denn allein bei der grünen Mona Neubaur, die als Landeswirtschaftsministerin in NRW für die Atomaufsicht zuständig ist?
„Minimierung von Atomtransporten“
Im schwarz-grünen Koalitionsvertrag für NRW vereinbarten die Koalitionspartner sich für die „Minimierung von Atomtransporten“ einzusetzen. Dies gelte auch für Transporte aus Jülich ins rund 180 Kilometer entfernte Ahaus. NRW-Vizeministerpräsidentin Mona Neubaur wiederholt gebetsmühlenartig, dass sie keine politischen Mittel habe, um die Transporte ins Münsterland zu unterbinden. Allein die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) habe da das Heft des Handelns – zudem sei das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung für die Erteilung der Transportgenehmigung zuständig. Sie selbst, so Neubaur, sei eben „nur“ die Chefin der NRW-Atomaufsicht.
André Stinka, SPD Landtagsabgeordneter aus Dülmen, befürchtet schon Castor-Transporte in diesem Sommer. (Foto: SPD NRW / Jens van Zoest)
Versagen der Grünen und ihrer Ministerin
Am weitesten aus dem Fenster lehnt sich André Stinka, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Der Dülmener kann sich gut vorstellen, dass „wir im Sommer Transporte erleben könnten“, erklärte er gegenüber den Westfälischen Nachrichten. Inzwischen ist er aber, wie die Berliner Tageszeitung „taz“ berichtete, der Auffassung, dass ein „kompletten Versagen der grünen Landtagsfraktion – und von Ministerin Neubaur“ vorliege. Die Landesregierung müsse eigenes Geld in den Zwischenlager-Neubau in Jülich stecken, wenn sie denn zumindest in Teilen – siehe Parteibeschluss der Grünen und auch die Sicherheits- und Kostenbedenken des Innenministers Herbert Reul (CDU) – die Castor-Transporte verhindern wolle.
Während in Gronau ein breites Bündnis aus Friedensgruppen und Antiatom-Initiativen zum Ostermarsch am Karfreitag (16. April 2025) zusammen kam, waren es einen Tag später in Münster nur sieben Organisationen, die zum Marsch vom Servatiiplatz über Ludgeriplatz und Aegidiiplatz zum Prinzipalmarkt aufriefen. So konnten sich die Organisator:innen an der niederländischen Grenze über 200 bis 250 Teilnehmer:innen freuen, die vom Bahnhof Gronau zur Urananreicherungsanlage marschierten. Die Münsteraner:innen, bei denen viele bekannte Friedenskämpfer der Veranstaltung fern geblieben waren, mussten bei der Auftaktkundgebung mit 120 bis 150 Marschier:innen zufrieden sein. Trotzdem zeigte sich Organisator Ansgar Schmidt von der Friedenskooperative Münster am Abend nach dem Marsch zufrieden: „Der Ostermarsch Münster 2025 repräsentierte eine Teilnehmerschaft von jung bis alt, wir positionierten uns gemeinsam gegen „Kriegstüchtigkeit“ und Kriegslogik . . . Kriegsbesoffenheit!“
Ansgar Schmidt organisierte den Ostermarsch 2025 in Münster.
„Abrüstung statt Sozialabbau“
Um 12 Uhr versammelten sich am Samstag (19. April 2025) die Friedensfreund:innen am Servatiiplatz in Münster. Ansgar Schmidt von der Friedenskooperative Münster begrüßte die Teilnehmer:innen. Zunächst sprach Rosemarie Bromnach von der Friedenskooperative Münster, die unter anderem „Abrüstung statt Sozialabbau“ forderte. Anschließend betonte Timo König von der Revolutionären Linken: „Nur die hier versammelte Friedensbewegung hat die Zeichen der Zeit verstanden.“ Auch der SDAJ kam zum Auftakt noch zu Wort. Die beiden Musiker Vovo und James sorgten mit „tollen Musikbeiträgen“, so Ansgar Schmidt, für gute Stimmung trotz eines sehr ernsten Hintergrundes.
„Besser gemeinsam statt getrennt“
Vor dem Redebeitrag der Vertreter:innen von Palestina antikolonial am Servatiiplatz erklärte Schmidt einführend: „Es wurde heftig diskutiert, ob ihr als gleichberechtigte Partner am Ostermarsch teilnehmen dürft. Ich finde es gut, das ihr dabei seid. Besser gemeinsam statt getrennt.“ Allerdings ging er nicht darauf ein, warum fast nur noch halb so viele Gruppierungen wie im Vergleich zum Ostermarsch 2023 offiziell zur Teilnahme aufriefen.
Beim Zwischenstopp am LWL-Museum am Aegidiiplatz sprachen unter anderem Sevim Ates von ODAK und Organisator Ansgar Schmidt für die DKP sowie zwei junge Gewerkschaftler. Vorbei am Wochenmarkt auf dem Domplatz zogen die Ostermarschierer:innen anschließend zum Prinzipalmarkt. Dort sprachen zum Abschluss ein Student von Solid sowie Maria Buchwitz von Pax Christi.
Bilder des Ostermarsches 2025 in Münster. (Fotos: Werner Szybalski)
Der Ostermarsch Münster 2025 war ein Erfolg!
Wir haben heute mit sehr vielen Menschen für Frieden und Abrüstung, für Diplomatie statt Konfrontation durch Aufrüstung!, erklärte Ansgar Schmidt, der zufrieden war, auch weil „die zentralen Forderungen der Ostermärsche, gegen die Kriegstüchtigkeit sowie die gegen die Stationierung der Mittelstrecken- und Hyperschallraketen aktiv zu werden, durch ein breites Bündnis in die Innenstadt von Münster getragen“ worden sei. Als Vertreter der Friedenkooperative Münster habe Schmidt schon Ende letzten Jahres die Organisation des Ostermarsches Münster 2025 angemeldet. Sein Fazit: „Der Ostermarsch Münster 2025 war ein Erfolg!“
Karfreitag: Ostermarsch zur UAA Gronau
Der NRW-Auftakt zu den bundesweiten Ostermärschen der Friedensbewegung fand auch in diesem Jahr wieder in Gronau statt. Am Karfreitag (18. April 2025) zogen 200 bis 250 Menschen vom Bahnhof Gronau protestierend zur Urananreicherungsanlage. Seit den 80er Jahren wird in Gronau der Ostermarsch auch für den Kampf gegen die Urananreicherungsanlage (UAA) genutzt. 2025 lautete das Motto: „Frieden und Energiewende statt atomares Wettrüsten und Atommüll“.
Frieden und Energiewende statt Wettrüsten und Atommüll
Die Teilnehmer:innen des Ostermarsch an der niederländischen Grenze prangerten an, dass die Zentrifugentechnik, die auch in der UAA in Gronau zum Einsatz kommt, sich auch zum Bau von Atomwaffen nutzen lässt.
Redner:innen kritisierte am Gronauer Bahnhof und vor der Urananreicherungsanlage, dass die militärische Sicherheitslogik auf Konfrontation statt auf Dialog setze. Dies sei die Grundlage für ein globales, auch wieder atomares, Wettrüsten und die zunehmenden internationalen Spannungen. Das Risiko eines Atomkrieges wäre noch nie so hoch wie heute gewesen. Der Ruf nach weiteren Atomwaffen, auch in der Bundesrepublik, würde immer lauter. Die Urananreicherung in Gronau wäre dabei noch immer der leichteste Weg zur Atombombe.
Das globale Wettrüsten wurde vom Ostermarsch konsequent abgelehnt, wehalb gefordert wurde, dass die Bundesrepublik ein Zeichen setze und dem Beispiel vieler Staaten folge und dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitreten solle. Zudem forderten die Teilnehmer:innen das Aus für die Uranverarbeitung in Gronau, Lingen und in Almelo. Auch wandte sich der Ostermarsch gegen den drohenden Einstieg des russischen Atomkonzerns Rosatom bei der Brennelementeproduktion in Lingen.
* Änderungshinweis: Der Organisator des Ostermarsches 2025, Ansgar Schmidt, teilte mit, das bei einer eigenen Teilnehmer*innenzählung „kurz vor der erste Zwischenkundgebung […] 300 TeilnehmerInnen […] im Bereich des Rosenplatzes“ mitmarschiert wären. Hinweis von Birgit Schmiedeshoff, Friedenskooperative Münster: Die Zählung fand am Ludgeriplart statt.
Sonderausstellung in der Biologischen Station Rieselfelder
Es wird noch etwas dauern, bis die ersten Jungvögel aus ihrem Eiern schlüpfen. Trotzdem weist die Biologische Station Rieselfelder gemeinsam mit dem Nestwerk Münster, einem lokalen Tierschutzverein, auf gefährliche Situation von „Nestlingen“ und „Ästlingen“ hin. In Broschüren und mit einer Ausstellung in der Biologischen Station Rieselfelder an der Coermühle 181, die bis Ende Mai kostenfrei besichtigt werden kann, wird verdeutlicht, wie Finder*innen „Jungvögeln außerhalb des Nestes richtig helfen“ können.
„Die Biologische Station Rieselfelder Münster erreichen regelmäßig Anrufe von besorgten Bürgerinnen und Bürgern, die um Rat im Umgang mit in Not geratenen Tieren nachfragen. Zumeist handelt es sich dabei um Wildtiere. Mensch und Tier möglichst schnell an eine kompetente Hilfsperson zu vermitteln, ist nicht immer einfach und der Stationsmitarbeitenden auch nicht in jedem Fall möglich“, verdeutlichte Dr. Thomas Krämer, Leiter der Biologischen Station in den Rieselfeldern bei Gelmer, warum sein Haus mit dem Tierschutzverein Nestwerk Münsterland bei der Hilfe für heimische Wildtiere zusammenarbeitet. Für die aktuelle Ausstellung in der Station, so Dr. Krämer, hätten sie dem Nestwerk „gerne vorübergehend Platz in ihrer Dauerausstellung zur Verfügung gestellt.“
Auch verschiedene Nist-, Brut- und Futterhäuschen für Vögel und auch Fledermäuse werden aktuell in der Ausstellung in den Rieselfeldern gezeigt. (Fotos: Werner Szybalski)
Kompetenter und verlässlicher Partner
Eine „kompetente Hilfsperson“ für die Mitarbeiter*innen der Biologischen Station ist bei schnell notwendiger Wildtierhilfe Dirk Heidotting vom Nestwerk-Vorstand. Er könnte am anderen Ende der Leitung unter der Telefonnummer 0176/21388851 sein, wenn Menschen Wildtiere in Not finden und nicht wissen, wie sie sinnvoll und Tierleben schützend oder gar rettend eingreifen sollen.
„Grünspechte, Igel, Rehe, Eichhörnchen, Wildtauben, Siebenschläfer – auch in Münster gibt es eine große Vielzahl an Wildtieren. Sie leben mit uns in der Stadt, brüten in hohen Gebäuden, wuseln nachts durch unsere Gärten, drehen ihre Runden auf dem Aasee und begegnen uns beim Spaziergang auf der Promenade. doch Wildtiere sind von Natur aus scheu und meiden die Nähe der Menschen, oft sehen wir sie nur, wenn sie Hilfe benötigen“, verdeutlicht der Tierschutzverein Nestwerk Münsterland in einem in der Ausstellung ausliegenden Flyer. Einen speziellen Blick richtet die Ausstellung aber auf Jungvögel außerhalb ihres Nestes.
Jungvögeln außerhalb des Nestes richtig helfen
Ein Schwerpunkt in der Ausstellung ist die bald anstehende Hilfe für Jungvögel, die außerhalb ihres Nestes gefunden werden. Dabei, so Dirk Heidotting, sei zwischen „Nestlingen“ und „Ästlingen“ zu unterscheiden. „Ein Nestling ist grundsätzlich hilfsbedürftig, während ein Ästling eigentlich keine Hilfe benötigt“, verdeutlichte Dirk Heidotting, was auf großen Tafeln auch in der Ausstellung nachzulesen ist.
Nestlinge wären unbefiedert, hätten die Augen geschlossen, könnten sich nicht auf den Beinen halten, sind offensichtlich auf ihr Nest und die Fürsorge ihrer Eltern angewiesen, die sie rund um die Uhr versorgen müssten, also zum Beispiel Nahrung herbeischaffen oder es im Nest warm halten. Ästlinge wären hingegen schon bereit die Nahrungsaufnahme selbstständig zu lernen. Diese verließen auch schon mal ihr Nest oder ihre Bruthöhle und hielten sich auf Ästen auf, obwohl sie immer noch die Unterstützung ihrer Eltern – insbesondere bei der Nahrungsbeschaffung – bräuchten.
Jungvogelfund am Boden
Befindet sich ein Ästling oder Nestling auf dem Boden, muss zunächst geklärt werden, ob der Vogel krank oder verletzt ist? Schnell geklärt ist die Frage: Ästling oder Nestling? Ästlinge stehen schon auf ihren eigenen Füßen und Nestlinge „sitzen“ auf ihren gesamten unteren Beinabschnitt. Bei Ästlingen tauchen grundsätzlich auch nur kurzer Zeit immer die Elterntiere auf. Wenn Sie einen Ästling finden, dann sollten sie nach kurzer Zeit beobachten können wie ein Elternteil vorbeifliegt und ihn mit Futter versorgt. Lassen sie den Ästling dann einfach an Ort und Stelle und nehmen sie ihn auf keinen Fall mit nach Hause. Es ist normal, dass Ästlinge öfters alleine auf dem Ast sitzen. Sie sind nicht mit verwaisten Jungvögeln zu verwechseln. Es ist normal, dass Ästlinge öfters alleine auf dem Ast sitzen, weshalb sie manchmal für verwaiste Jungvögel gehalten werden.
Das gut gemeinte „Retten“ eines Ästlings könnte dem Jungvogel den Schutz seiner Eltern entziehen. Er sollte deshalb an Ort und Stelle bleiben, höchstens von der Straße oder anderen gefährlichen Orten in ein Gebüsch oder auf einen Ast in unmittelbarer Nähe gesetzt werden, damit die Altvögel ihn wiederfinden.
Bei einem Nestling hingegen, ist mehr Unterstützung möglich und vielleicht auch nötig. Es kann nämlich schon mal passieren, dass ein Jungvogel aus Versehen aus dem Nest fällt. Wird ein Nestling auf dem Boden gefunden und Krankheiten und Verletzungen können ausgeschlossen werden, sollte der Jungvogel zurück in das Nest gesetzt werden, sofern es denn auffindbar ist.
Dabei soll die Vogelfamilie möglichst wenig gestört werden. Häufig ist die Wiedereinsetzung in das Nest erfolgreich, denn Vögel werden, anders als bei Wildtieren wie zum Beispiel dem Reh, nach dem menschlichen Kontakt wieder von ihren Elterntieren aufgenommen. Sie schreckt höchstens der Geruch von Hunden und Katzen, nicht aber von Menschen ab. Sollte kein Nest in der Nähe zu finden sein, muss der Nestling warm gehalten werden. Allerdings darf weder Futter noch Flüssigkeit dem Jungvogel gegeben werden, bis Hilfe zum Beispiel vom Tierschutzverein Nestwerk Münsterland telefonisch geholt wurde.
Dr. Thomas Krämer (l.) von der Biologischen Station Rieselfelder und Dirk Heidotting vom Verein Nestwerk Tierhilfe führten durch die kostenfrei zu besichtigende Sonderausstellung in der Coerheide 181.
Hilfe zur Selbsthilfe
Rund 2500 Mal, davon kämen 60 Prozent der Hilfegesuche aus Münster, im Jahr würde das Nestwerk kontaktiert. Die 25 aktiven Vereinsmitglieder, insgesamt gehören dem Verein 260 Personen an, versuchten möglichst den Anrufer*innen „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten. „Die Maßnahmen in der Stadt sind nicht sehr optimal. Die Anzahl der Arten und auch der Wildtiere insgesamt nimmt in Münster ab. Wir versuchen deshalb selbst und auch mit den Menschen, die uns kontaktieren, konkret etwas für die Wildtiere in der Stadt zu tun und natürlich auch deren Lebensumfeld zu schützen“, verdeutlicht Dirk Heidotting. Dafür gibt es Tipps – auch kostenfrei beim Besuch der Ausstellung in der Biologischen Station Rieselfelder – wie ganzjährig den heimischen Wildvögeln geholfen werden kann, wie Igel richtig unterstützt werden oder wie für Tiere gegärtnert werden kann. Bei der wildtierfreundlichen Umstellung des eigenen Gartens hilft das Nestwerk natürlich auch, aber auch Gruppierungen wie NaturGarten Münsterland stehen gern mit Rat und Tat zur Seite.
Das Umweltforum Münster wächst weiter. Der Zusammenschluss der münsterschen Umweltgruppen mit Sitz im Umwelthaus in der Zumsandestraße 15 in Münster freut sich über ein weiteres Mitglied. Die Regionalgruppe Münsterland des bundesweiten Naturgarten e.V. ist auf der jüngsten Mitgliederversammlung des Umweltforums Münster als 23. Mitglied aufgenommen worden.
Einmal im Monat trifft sich der Naturgarten Münsterland schon im Umwelthaus. „Durch die Mitgliedschaft ergeben sich viele Synergien“, verdeutlicht Anke Feige, hauptamtliche im Umwelthaus. „Aber auch die Vorteile der kurzen Wege und der leichteren Abstimmungsmöglichkeiten mit anderen Gruppen im Umweltforum sind beim Naturgarten e.V. willkommen“, ergänzt Feiges Kollege Harald Nölle, der unterstrich: „Durch die Mitgliedschaft im Dachverband Umweltforum können nicht nur unser Räumlichkeiten im Umwelthaus genutzt werden,sondern auch verschiedene Dienstleistungen, die das Forum seinen Mitgliedern anbietet, in Anspruch genommen werden.“
Nachhaltige Gestaltung naturnaher Gärten und Grünflächen
Der Naturgarten e.V. engagiert sich für eine nachhaltige Gestaltung naturnaher Gärten und Grünflächen, die biologische Vielfalt fördern. Dabei kann der Bundesverband auf mittlerweile mehr als 30 Jahre Erfahrung zurückgreifen. Für sein Ziel vernetzt Naturgarten Akteure aus Wissenschaft, Bildung, Politik und Gartenbau. Wissen geben die Aktiven in Form von Publikationen, Tagungen und praktischen Ausbildungskursen weiter.
Im Münsterland wurde die Regionalgruppe im Juli vergangenen Jahres gegründet, um die Naturgartenidee von Rheine bis Nordkirchen, von Bocholt, Gronau und Ahaus bis Sassenberg und Oelde voran zu treiben. „Naturbegeisterte Menschen mit oder ohne Naturgarten, Naturgärtner und Naturgartenplaner, die mit Herz und Verstand die Naturgartenidee im Münsterland bekannt machen wollen“, so die Einladung auf der Naturgarten-Webseite, sind willkommen, um sich gegenseitig zu unterstützen und zu vernetzen.. Auch Menschen, die einen Naturgarten anlegen möchten, werden von der Regionalgruppe unterstützt.
Die noch kleine Gruppe um Markus Lindfeld und Klaus Röver trifft sich einmal im Monat – grundsätzlich am vierten Samstag um 15 Uhr im Umwelthaus in Münster.
Klaus Röver (v.l.n.r.) vom NaturGarten e.V. wird vom Vorstand des Umweltforums Münster, Anne Hockmann (Stellvertretende Vorsitzende), Karin Gindler-Hilge (Vorsitzende) und Martin Krabbe (Stellvertretender Vorsitzender), vor dem Umwelthaus als Vertreter des 23. Mitglieds begrüßt. (Foto: Umweltforum Münster)
Dreiköpfiger Vorstand wurde im Amt bestätigt
Bei der vergangenen Mitgliederversammlung des Umweltforum Münster stand auch die Neuwahl des Vorstandes auf der Agenda. Alle drei Vorstandsmitglieder, die Vorsitzende Karin Gindler-Hilge und ihre beiden Stellvertreter Anne Hockmann und Martin Krabbe wurden wiedergewählt.
Eigendarstellung des Umweltforums Münster Seit 1996 arbeiten wir als Dachverband der münsterschen Umweltgruppen im Umwelthaus an der Zumsandestraße 15, gemeinsam mit einigen unserer Mitgliedsvereine. Unser großes Büro im Erdgeschoss ist Anlaufpunkt für alle Umweltbewegten, Vernetzungszentrum für die zahlreichen Mitgliedsvereine, Ideenschmiede für unser gemeinsames zukunftsfähiges Wirken und Verwaltungszentrum, damit im Umwelthaus alles rund läuft.
Inzwischen ist trotz des früheren Widerstandes in der zukünftigen Kanzlerpartei CDU klar, dass das Deutschlandticket bleibt. Der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz taxierte am Sonntagabend (13. April 2025) in der ARD-Sendung „Caren Miosga“ die „Vollkosten“ jedes einzelnen des Tickets auf „ungefähr 90 Euro“. Dieser hohe Subventionsbedarf, so Merz, für das bundesweit gültige und zur Zeit monatlich 58 Euro teurere Nah- und Regionalverkehrsticket „müsse auch bezahlt werden und deswegen steht es auf dem Prüfstand.“
Diese Problematik sieht grundsätzlich auch Klaus-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Im Gespräch mit unserer Redaktion fordert er: „Das Deutschlandticket muss erhalten bleiben! Es muss aber weiter entwickelt werden – und zwar in Richtung Deutschlandtarif. Heute sind Einzeltickets, Gruppentickets, Erste-Klasse-Regeln und regionale Pauschal- / Zeitkarten genauso kompliziert wie eh und je. Es gibt zwar an einigen Stellen (VRR, HVV) regionale Vereinfachungen, diese sind aber wieder unterschiedlich.“ Damit blieben die tariflichen Einstiegshürden für die Fahrgäste hoch. Naumann: „Hier muss als erstes angesetzt werden. Pro Bahn hat mit dem Einfach-Tarif ein Modell vorgestellt, wie man die Tarife unterhalb des D-Tickets gestalten kann.“
Klaus-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, schlägt die Weiterentwicklung des Deutschlandtickets hin zu einem Deutschlandtarif vor. (Foto: Pro Bahn)
Finanzierung durch weitere Quellen sichern
Eine weitere Frage, die KP Naumann beschäftigt, ist, wie das Ticket langfristig finanziert wird. „Die von Friedrich Merz ins Gespräch gebrachten 90 Euro sind sicherlich zu teuer. Ich denke, die Erhöhung wird auf 70 Euro, maximal 80 Euro steigen. Mehr wird von den Fahrgästen auch nicht akzeptiert werden. Viel besser wäre natürlich ein einheitlicher Deutschlandtarif mit vier – überall gleichen – Preisstufen.“
Nahverkehr müsse mit staatlichen Milliarden bundesweit subventioniert werden. Dazu müssten weitere Quellen geschaffen werden, fordert Naumann und verweist auf folgendes Beispiel: „In Frankreich gibt es Nahverkehrsabgaben für Unternehmen, wie zum Beispiel Einkaufszentren, die heute »nur« zum Parkplatzbau verpflichtet sind.“
Der dritte Bereich, der dem Pro Bahner Probleme bereitet, sei der Nutzen des D-Tickets in der Fläche: „Es nützt häufig nichts, weil das Angebot zu gering ist oder die letzte Meile fehlt. Das führt zu einer Ungerechtigkeit zwischen Stadt und Land. Modelle wie Smile 24 in Schleswig-Holsten zeigen, wie es gehen könnte. Aber auch diese Modelle benötigen Zuschüsse.“
Schnell sei man wieder bei der Finanzierung. Dabei wäre abzusehen, dass der Preis steigen wird. Es ist dann wichtig, dass es zukünftig bundeseinheitliche Angebote für diejenigen gäbe, die den Öffentliche Verkehr nur vor Ort nutzen würden, unterstrich Klaus-Peter Naumann: „Unser Vorschlag des Deutschlandtarifs erfüllt auch diese Forderung.“
Der Vorschlag des Fahrgastverbandes Pro bahn ist ein Deutschlandtarif.
Bundeszuschüsse für den Nahverkehr Derzeit schießen Bund und Länder zum Deutschlandticket je 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu, um Einnahmeausfälle bei Verkehrsbetrieben auszugleichen. Denn die meisten üblichen Pendler-Abos waren zuvor deutlich teurer. Die Bundesmittel sind aber bisher nur noch für dieses Jahr gesetzlich festgeschrieben.
Die Ampelregierung hatte im Sommer vergangenen Jahres die Förderung für Elektrobusse ausgesetzt. So entstand bei vielen Verkehrsunternehmen, insofern sie anders als die Stadtwerke Münster, noch keinen Förderungsantrag für 2025 gestellt hatten, ein finanzielles Problem, denn der Bund hatte je Bus die Elektrifizierung mit 300.000 Euro gefördert. Nun sprang der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ein und unterstützt 2025 mit einem eigenen Förderprogramm Investitionen von Verkehrsunternehmen in Elektrobusse. Damit, so der NWL in einer Pressemitteilung, könne die Finanzierungslücke bei den Anbietern des Öffentlichen Verkehrs in Westfalen zumindest teilweise geschlossen werden.
Sicherung der Initiativen zur Mobilitätswende
Bisher wurden neue, klimafreundliche Busse zweigeteilt gefördert. Zum einen gab es die Förderung einer Grundausstattung über die ÖPNV-Aufgabenträger, zum anderen wurden die Mehrkosten für den Wasserstoff- oder Elektroantrieb durch den Bund oder das Land übernommen. Seit Ende 2024 ist diese zweite Fördermöglichkeit nicht mehr vorhanden. Eine Neuregelung ist erst ab 2026 vorgesehen. Viele Verkehrsunternehmen stünden daher, so der NWL, vor finanziellen Herausforderungen, wenn sie weiterhin auf lokal emissionsfreie Busse setzen möchten.
Ökologische Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs im Sinne der Mobilitätswende
„Wir wollen den Verkehrsunternehmen in Westfalen-Lippe Planungssicherheit geben und die Umstellung auf klimafreundliche Antriebe nicht ausbremsen. Mit unserer Initiative setzt sich der NWL auch 2025 gezielt für den Einsatz neuer Wasserstoff- und Elektrobusse ein und stärkt damit die ökologische Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs im Sinne der Mobilitätswende“, so Christiane Auffermann, Stellvertretende Geschäftsführerin des NWL und designierte hauptamtliche Verbandsvorsteherin.
Deutschland hat in Sachen Elektro-Busse in Europa noch ordentlich Aufholbedarf. Besonders bei den Privatunternehmen dominieren noch immer die Verbrenner.
Fördermittel für bis zu 75 neue Elektrobusse
Der NWL stellt insgesamt zehn Millionen Euro bereit, um die Mehrkosten für Wasserstoff- und Elektrobusse mit bis zu 60 Prozent zu fördern. Damit können voraussichtlich rund 75 neue emissionsfreie Busse finanziert werden. Mit diesem Schritt unterstreiche der NWL, laut eigener Pressemitteilung, sein Engagement für nachhaltige Mobilität und den eigenen Anspruch, die Mobilitätswende aktiv und nachhaltig mitzugestalten.
Stadtwerke Münster benötigen 2025 keine Hilfe
Die Stadtwerke Münster schreiben erst für 2026 den Ankauf neuer Elekrtobusse aus. (Foto: Stadtwerke Münster)
Die Stadtwerke Münster fielen in diesem Jahr in keine Förderungslücke, da sie vorausschauend schon frühzeitig neue Busse für 2025 ausgeschrieben und dafür auch die Förderung beantragt hatten. Diese war genehmigt worden, so dass auf Anfrage der Redaktion der Stadtwerke-Pressesprecher Florian Adler antworten konnte: „Wir haben uns für 2025 bereits eine Bundesförderung für zwölf Gelenkbusse gesichert. Für 2026 haben wir noch keine Ausschreibung veröffentlicht. Sofern die Förderung also nur für 2025 gilt – so lese ich die Vorlage – werden wir sie aller Voraussicht nach nicht nutzen.“ Für das kommende Jahr kann es natürlich anders aussehen, so dass zukünftig auch die Stadtwerke Münster ihre Antriebswende über die Infrastrukturförderung gemäß §11 ÖPNVG NRW fördern lässt.
Dies alles ist derzeit noch in der Schwebe. Verhandlungen des oder der zukünftigen Verkehrsminister*in mit den Kolleg*innen aus den Bundesländern müssen dafür erst gesetzliche Grundlagen schaffen. Geschieht dies trotz riesiger zusätzlicher Investionsmittel des Bundes nicht, dann ist das Land NRW mit seinem Aufgabenträgern wie dem NWL erneut gefordert.
Lokalpartei verteilt wieder kostenlos Wildpflanzensaatgut
Auch in diesem Frühjahr engagieren sich die Grünen in Münster wieder aktiv für den Schutz der biologischen Vielfalt, wie sie heute morgen in einer Pressemitteilung erklärten: „Ab sofort verteilen wir wieder kostenlos Saatgut heimischer Wildpflanzen an interessierte Bürger*innen. Ziel der Aktion ist es, mehr blühende Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere zu schaffen – sei es im Garten, auf dem Balkon oder auch auf der Fensterbank.“
Zehn Gramm Saatgutmischung sind dabei für einen Quadratmeter Blühfläche ausreichend. Interessierte können ihren Bedarf unkompliziert per E-Mail anfordern, so dass die Übergabe koordiniert werden kann. Bitte dabei einen Kontakt, so wie die gewünschte Menge und den Verwendungszweck angeben.
So machen wir unsere Stadt bunter und schöner
„Wir wünschen uns, dass überall in Münster kleine Blühflächen entstehen, die wichtige Rückzugsorte und Nahrungsquellen für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Insektenarten bieten“, erklärt Jörg Rostek, Co-Sprecher des Grünen Kreisverbands Münster. „So machen wir unsere Stadt nicht nur bunter und schöner, sondern leisten auch einen konkreten Beitrag zum Schutz bedrohter Arten.“
Saatgutmischung vom Typ Feldrain und Saum
Die Saatgutmischung vom Typ Feldrain und Saum besteht ausschließlich aus zertifiziertem, regional angepasstem Saatgut, das speziell auf die Bedingungen im Westdeutschen Tiefland und dem Unteren Weserbergland abgestimmt ist. Enthalten sind ausschließlich heimische Wildpflanzen – keine Zierpflanzen oder exotische Arten. Damit wird sichergestellt, dass die Pflanzen nicht nur gut gedeihen, sondern auch von heimischen Insekten optimal genutzt werden können.
Die Verteilung erfolgt so lange der Vorrat reicht. Mit der Aktion knüpfen die Grünen an die erfolgreichen Saatgutkampagnen der vergangenen Jahre an, bei denen bereits mehrere Kilogramm Wildpflanzensamen in die Gärten und auf die Balkone Münsters gebracht wurden.
Artenschutzkonferenz im Mai in Hiltrup
Mit der Aktion weisen die Grünen auch auf die Artenschutzkonferenz am 17. Mai in der Stadthalle Hiltrup hin, die diesmal unter dem Motto „Letzte Chance für die Artenvielfalt? Umweltbildung und wissenschaftliche Kommunikation als ein Schlüssel zum Erfolg!“ stehen wird.