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Rudern für einen guten Zweck

Der Norweger Steinar Haakonseth aus Münsters Partnerstadt Kristiansand rudert für den guten Zweck aus seiner Heimat bis zum Mittelmeer. (Amt für Kommunikation der Stadt Münster)

Norweger aus Münsters Partnerstadt Kristiansand rudert für guten Zweck zum Mittelmeer

Mehr als 2500 Kilometer, drei Monate und ein Ruderboot: Der Norweger Steinar Haakonseth aus Münsters Partnerstadt Kristiansand rudert für den guten Zweck aus seiner Heimat bis zum Mittelmeer.

Sein Ziel ist Port Napoleon in Port-Saint-Louis-du-Rhône in Südfrankreich. Haakonseth legte jetzt einen Zwischenstopp in Münster ein und fand beim Akademischen Ruder-Club (ARC) zu Münster e.V. kurzfristig eine Bleibe. „Die Menschen hier waren sehr hilfsbereit und haben mich sehr gut aufgenommen“, sagt Haakonseth.

Beim ARC zu Münster erhielt der Norweger einen Platz zum Schlafen, Verpflegung und die Möglichkeit, Kraft für die kommenden Wochen zu tanken. „Das ist unter uns Ruderern so üblich“, sagt Harald Schnitker vom Ruder-Club. „Wenn wir helfen können, dann helfen wir.“ Der Ruder-Club organisierte auch einen Trailer, um damit Haakonseth samt Boot nach Koblenz zu bringen, weil die geplante Fahrt auf dem Rhein für Ruderer zu gefährlich sei, so Schnitker. Der Norweger nahm das Angebot aus Münster dankend an. „Ich liege ohnehin ein paar Tage hinter meinem Zeitplan. Das hilft mir sehr.“

Dass der Norweger, verheiratet und Vater zweier Kinder, der eigentlich als Polizist arbeitet, überhaupt in Münster gelandet ist, ist dem Zufall zu verdanken. Eigentlich, so Haakonseth, hatte er an der Küste um die Niederlande herum rudern wollen. Doch nach seiner Station in Bremerhaven machten ihm Ebbe und Flut derart zu schaffen, dass er sich zu einer Planänderung entschloss und seine Route änderte. Über Oldenburg ruderte er Richtung Emsland und von dort über den Dortmund-Ems-Kanal nach Münster. „Ich wusste, dass eine Freundschaft zwischen Kristiansand und Münster besteht“, sagt Haakonseth. „Hätte ich vor meinem Reisebeginn gewusst, dass ich hier Station mache, hätte ich versucht, einen Brief von unserem Bürgermeister zu organisieren, den ich hier hätte abgeben können.“

Spenden für Wohltätigkeits-Stiftung für Kinder

Mit seinem Trip will der 47-Jährige Spenden für die Stiftung Stine Sofies sammeln, eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich um Opfer von Gewalt und Missbrauch an Kindern kümmert. Gestartet ist Haakonseth am 20. Juni. Port Napoleon will er bis zum 20. September erreichen.

Durchschnittlich acht bis zwölf Stunden pro Tag sitzt der Polizist dafür in seinem Boot. Mal legt er 40 Kilometer zurück, mal aber auch nur 20. “Das ist meist wetterabhängig”, sagt er. Zu Beginn seiner Reise kämpfte er mitunter 17 oder sogar 22 Stunden mit der starken Strömung. „Natürlich verliert man in solchen Momenten zwischenzeitlich auch mal seinen Optimismus“, sagt Haakonseth. „Aber, wenn man dann am Horizont sein Ziel vor Augen sieht, macht man automatisch weiter.“ Aufgeben ist keine Option für den sportlichen Norweger, der auch schon von Norwegen nach Schweden oder Dänemark gerudert ist.

Langjährige Freundschaft zwischen Münster und Kristiansand

Schon seit 1967 pflegt die Stadt Münster die Partnerschaft mit der Hafenstadt an der Südspitze Norwegens, die rund 700 Kilometer von Münster entfernt ist. Die Beziehungen zwischen den beiden Städten sind vielfältig. Regelmäßig finden kulturelle und sportliche Begegnungen statt, wie etwa das Fußballturnier Sør Cup zwischen Jugendmannschaften der beiden Städte. Wegen der Corona-Pandemie fand das Turnier in diesem und im vergangenen Jahr nicht statt. Für 2022 steht es wieder auf dem Programm.

In den kommenden Tagen, vom 25.-29. August finden die Twin City Games in Münster statt, an denen die Partnerstädte Kristiansand, Enschede (Niederlande), Lublin (Polen) und Rishon LeZion (Israel) teilnehmen werden. Bei den Spielen werden Teams für verschiedene Sportaktivitäten aus den verschiedenen Städten zusammengestellt. Die Spiele sind nach der Coronapause die erste multikulturelle Präsenzveranstaltung des Büros Internationales der Stadt.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Münster

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