• So. Nov 28th, 2021

Familienradtour demonstriert für bessere Radinfrastruktur – besonders für Kinder

Mit über Hundert Leezen war am Sonntagnachmittag (20. Juni) der erste Kidical Mass nach den Pandemiewellen überraschend gut besucht. Mitorganisator Stefan Blume war deshalb sehr zufrieden: „Schön, dass wir wieder radeln können. Ich freue mich, dass auch heute so viele mit ihren Kindern gekommen sind.“ Die rund neun Kilometer-Tour führte vom Startort Stubengasse, über den Ludgeriplatz, am Hauptbahnhof vorbei, die Wolbecker Straße hinaus, am Franziskus-Hospital vorbei, die Warendorfer Straße runter bis zum Zwischenstopp am Stadttheater. Von dort ging es durch das Martiniviertel ins Kreuzviertel und über die Grevener und Steinfurter Straße zum Neutor. Am Kalkmarkt vorbei radelten die Teilnahmer*innen über die Münzstraße und Schlaunstraße zum Zielpunkt Überwasserkirche.

Mehr Sicherheit für Kinder auf Fahrrädern

Ziel des Kidical Mass, eine Aktionsform für die 2008 im amerikanischen Oregon ins Leben gerufen wurde, sind kindersichere Radwege. Die ersten deutschen Kidical Mass-Demos organisierten Familien 2017 und 2018 in Berlin, Darmstadt, Stuttgart und Köln. 2019 gab es bereits 30 Kidical Mass-Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit bis zu 1100 Teilnehmenden. Seit Juni 2019 – initiiert von Stefan Blume und Daniel Hügel findet – findet auch in Münster die Kidical Mass statt. Der Begriff „Kidical Mass“ lehnt sich an die ebenfalls aus den USA stammende Aktionsform „Critical Mass“ an – im Unterschied zu ihr sind die Kidical Mass-Demos aber angemeldete Veranstaltungen mit politischen Forderungen.

Tempo 30 innerorts, die Beendigung des illegalen Gehwegparkens und die konsequente Ausrichtung hin zu einer umweltbewussten Fahrradstadt, das sind die zentralen Anliegen der Kidical Mass Münster.

Daniel Hügel
Beim Zwischenstopp vor dem Stadttheater interviewte Stefan Blume, Mitgorganisator der Kidical Mass in Münster, den Jugendlichen Jannis zu den aktuelle Bedingungen des Fahrradverkehrs in der Stadt. (Fotos: Werneer Szybalski)

„Viele Autos parken auf Rad- und Fußgängerwegen. Das muss sich ändern“, wünscht sich die zwölfjährige Kirsi, im Gespräch mit dem Reporter der Münsterschen Zeitung. Diese und vergleichbare Forderungen stellten Jugendliche und Kinder auch beim Zwischenstopp auf der Vossgasse auf, als Stefan Blume jungen Menschen aufforderte ihre Forderungen an die Münsteraner Politik und Verwaltung zu formulieren. Er selbst unterstrich, dass die Kidical Mass dazu diene, „die Stadt durch unsere Kinder und uns zurückzuerobern.“

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