• Sa. Sep 25th, 2021

Szybalski.de

Infos über und von Werner Szybalski (Münster)

Pflegekräfte gehen auf die Straße

Die örtliche Gruppierung Münster Cares führte am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflege, die vermutlich größte Demonstration für Verbesserungen in der Pflege und die dort Beschäftigten durch. Statt der erwarteten 200 Teilnehmer*innen versammelten sich am späten Mittwochnachmittag immer mehr Pfleger*innen, Patient*innen und Unterstützer*innen vor dem Schloss in Münster. Der angedachte Zeitplan der Organisator*innen, nach eigener Aussage eine Gruppe von hunderten Pflegerinnen und Pfleger aus Münster, die sich für bessere Bedingungen in ihrem Beruf und für ihre Gesundheit und die ihrer Patient*innen einsetzen, geriet schnell durcheinander. Immer mehr Demonstrant*innen strömten auf den Schlossplatz.

Nur eine gute Pflege mit guten Pflegenden kann zu zufriedenen Patient:innen führen.

Münster Cares

Die Veranstaltung unter dem Motto „Genug geklatscht – Profite pflegen keine Menschen“ sollte deutlich machen, dass die Arbeitsbedingungen in der Pflege inzwischen untragbar sind. „Mein Arbeitsplatz ist sicher!!! Keiner will ihn“, hieß er zum Beispiel auf einem selbst gefertigten Transparent. Auch mit grundsätzlicher Kritik an der kapital- und profitorientierten Organisation der Pflege wurde nicht gespart. Insbesondere gegen die zunehmende Profitorientierung, die zu Lasten der Beschäftigten und der zu Pflegenden ginge, demonstrierten viele Teilnehmer*innen, die „dass aktuelle System, welches auf Profit basiert und die Gesundheit der Patient*innen in den Hintergrund rücken lässt, nicht länger hinnehmen wollen.

Mein Arbeitsplatz ist sicher!!! Keiner will ihn.

Demonstrant

Viel mehr Demonstrant*innen als erwartet

„Die Liegezeiten der Patienten wurde verkürzt und immer weniger Pflegende mussten sich um immer mehr Patienten kümmern“, sagte Lisa Schlagheck vom Verein Münster Cares beim Kundgebungsauftakt gegenüber den Westfälischen Nachrichten. Sie ist seit 2014 examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und arbeitet derzeit in einer Notaufnahme. Schlagheck forderte eine grundlegende Reform des Gesundheitssystems.

Empfangsplakat der Regierungspräsidentin am Domplatz.

Vom Kundgebungsplatz vor dem Schloss zog der kilometerlange Demonstrationslindwurm lautstark über den Ludgeriplatz und Prinzipalmarkt zum Domplatz. Mit dabei auch Mitglieder der Gewerkschaft Ver.di und lokaler politischer Gruppierungen wie dem „Pflegebündnis Münster“, die Kritischen Mediziner*innen, die Grünen, die Linken und die Münsterliste, die artikulierte: „Pflege ist keine Ware“. Alle unterstützten die Forderung der Veranstalter nach einer „Reform des Gesundheitssystem durch Abkehr vom derzeitigen profitorientierten System!“

Denn wir glauben, so Münster Cares: „Nur eine gute Pflege mit guten Pflegenden kann zu zufriedenen Patient:innen führen.“ Die weiteren Forderungen von Münster Cares: https://www.muenster-cares.de/demo_zum_tag_der_pflege_2021.

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