Uppenberg. Der nächste Schritt ist vollzogen. Am Donnerstag (18. September 2025) trafen sich Interessierte und Mitglieder der im August kommenden Jahres 20 Jahre bestehenden Bürgerinitiative l(i)ebenswertes Uppenberg im Trockendock an der Grevener Straße, um die Transformation in den „Stadtteilverein Uppenberg“ auf den Weg zu bringen. Zuvor standen aber inhaltliche Themen an. Gast bei den Uppenberger:innen war der Bürgermeister der Stadt Münster, Klaus Rosenau, der bei der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag im Stadtbezirk das Direktmandat für den Rat der Stadt Münster mit fast 40 Prozent (!) der Stimmen gewann.
Aufbruchstimmung bei guter Laune: Der Stadtteilverein Uppenberg i.Gr. traf sich im Trockendock. Dabei waren unter anderem VI-Sprecher Werner Szybalski (v.l.n.r.) Gaby Krügel, Klaus Brandenburg, Uppenbergs Ratsvertreter Klaus Rosenau (Grüne), Martina Mahawela und Maria Schlautmann. (Foto: Renate Ahmad)„Gute Stimmung in Uppenberg“ weiterlesen
Erneuerung der Kanäle an der Grevener Straße / Baubeginn am 7. Juli
Der kurze Verkehrsversuch mit zwei fahrbahnbreiten Radwegen auf der Grevener Straße zwischen York-Ring und dem Kanonierplatz geht am Mittwoch, dem 7. Juli, zu Ende. An diesem Tag beginnen die Tiefbauarbeiten für die Erneuerung der Schmutz- und Regenwasserkanäle zwischen Steinfurter Straße und Ring. Im ersten Schritt kommen 650 Meter Kanäle neu in die Erde. Auch die Anschlussleitungen werden saniert. Rund 14 Monate wird dieser Teilabschnitt der Grevener eine Baustelle sein, denn erst im Oktober 2022 erwartet die Stadt Münster den Abschluss der Arbeiten.
„Insgesamt werden etwa 480 Meter Schmutzwasser- und 170 Meter Regenwasserkanäle in einer Tiefe bis zu fünf Metern verlegt. Zudem werden 1165 Meter Anschlussleitungen zu den Grundstücken saniert“, erklärte die Stadt Münster am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Die Tiefbauarbeiten starten in Höhe der Einmündung der Melchersstraße in die Grevener Straße. Diese wird für den Kfz-Verkehr zur Einbahnstraße – in Fahrtrichtung Steinfurter Straße / Innenstadt. Aus Richtung Steinfurter Straße ist der Anliegerverkehr bis zur Baustelle frei, die Grevener Straße wird stadtauswärts zur Sackgasse. Die Buslinie in Richtung Steinfurter Straße bleibt bestehen, die Haltestellen Orléans-Ring B, Dreifaltigkeitskirche C und Kanonierplatz werden weiterhin angefahren. Die stadtauswärts fahrenden Busse lassen diese Haltestellen aus und fahren direkt über die Steinfurter Straße weiter.
Stadt rät Radfahrer*innen: „absteigen und schieben.“
Erhebliche Einschränkungen gibt es für den nicht motorisierten Verkehr. Zwar sollen Fußgänger*innen die Baustelle auf den Gehwegen passieren können, doch für Radfahrer*innen wird es kein Durchkommen geben. Nach den Monaten mit den eigenen Fahrspuren, die viele Radfahrer*innen ihre Routen verändern ließen, wird der Radverkehr ab dem Baubeginn großräumig umgeleitet. Als Alternative bietet die Stadt an: „absteigen und schieben.“
Der neue Vorstand des SPD-Ortsvereins Münster-Nord lud am Donnerstagabend zum Bürger*innendialog auf dem Kanonierplatz ein. (Fotos: Werner Szybalski)
SPD Münster-Nord im Bürger*innendialog zur Umgestaltung der Grevener Straße
Am frühen Donnerstagabend (1. Juli) lud die SPD Münster-Nord zum Bürger*innendialog an die Grevener Straße. Durch die neue Ratsmehrheit wird die verkehrliche Gestaltung der Grevener Straße zwischen Ring und Steinfurter komplett neu diskutiert. „Wir haben praktische ein weißes Blatt vor uns“, erklärte Grit Hecht vom Planungsamt der Stadt Münster den rund 20 interessierten Teilnehmer*innen. Auch ein Vertreter des Ingenieurbüros Eberhardt aus Tecklenburg nahm teil, um die Fragen und Möglichkeiten zur zukünftigen Verkehrsführung zu beantworten oder zu diskutieren.
Nach den einführenden Worten, in denen der Planungsbereich (Steinfurter bis Ring) vorgestellt wurde, ging es zur Ortsbesichtigung an die Straße.
Die alten, inzwischen verworfenen Pläne für den auto- beziehungsweise fahrradgerechten Ausbau der Grevener Straße (links) sind Makulatur. Alle Teilnehmer*innen konnten ihre Wünsche auf dem „weißen Blatt“ (rechts) eintragen.
Anschließend wurden die Vorschläge gesammelt und in Einzel- und Kleingruppengespräche erörtert. Der Vorschlag, die Radwege nicht auf Fahrbahn- sondern auf Gehwegniveau anzulegen, überraschte die professionellen Planer*innen. Ein Kreisverkehr an der Einmündung der Melchersstraße in die Grevener stieß hingegen auf grundsätzliche Diskussionsbereitschaft bei den Planer*innen, wurde aber von mehreren Zuhörer*innen mehrfach abgelehnt. Auch die Perspektive neue Parkflächen auf der Grevener anzulegen, fand bei den Teilnehmer*innen wenig Zustimmung. Grit Hecht vom städtischen Planungsamt verwies in diesem Zusammenhang auf die vielen Lieferdienste, die eine Möglichkeit bekommen sollten, ihre Fahrzeuge wenig störend abstellen zu können.
Die Bürgerinitiative Uppenberg hatte vor einigen Jahren vorgeschlagen, auf der Brache einen Wochenmarkt anzusiedeln. (Fotomontage)
Ziel der Neuplanung, die einerseits wegen der neuen Ratsmehrheit und andererseits wegen der Herabstufung dieses Straßenabschnittes von einer Bundes- auf eine Kreisstraße möglich wurde, ist auch die Schaffung einer besseren und sicheren Verbindung zwischen Melchersstraße und Catharina-Müller-Straße. SPD-Ratsfrau Hedwig Liekefedt brachte den einige Jahre alten Vorschlag des Verkehrsclubs Münster (VCD) ins Gespräch. Sie plädierte dafür, zumindest zwischen den beiden Einmündungen eine Verkehrsfläche gänzlich ohne Verkehrszeichen anzulegen. Dieses „Shared Space“-Prinzip hatte vor rund sechs Jahren der ehemalige Ratsherr der Grünen und VCD-Vorständler Wolfgang Wiemers dem SPD-Ortsverein vorgestellt.
Auch griff Hedwig Liekefedt den Vorschlag der Bürgerinitiative Uppenberg von damals auf, dass die vom Stadtteilauto und wilden Parker*innen genutzte Fläche im Bereich der Bushaltestelle Kanonierplatz aufgewertet werden soll. Unter anderem schlug die BI 2016 vor, dort einen Wochenmarkt mit frischen Produkten anzusiedeln. Eine spannende Diskussion, die aber nur noch eingeschränkt die Fläche überplanen kann. Schließlich wird im letzten Quartal diesen Jahres der Kanonierplatz (siehe Bericht vom 8. Juni: Karten werden neu gemischt) aufgewertet. Die Wertstoffcontainer sollen dann an die Grevener Straße auf die Brache versetzt werden. Nach einer gesamtheitlichen Planung der Politik (und Verwaltung) sieht dies nicht aus. Auch wurden die ansässigen Bewohner*innen und Gewerbetreibenden nicht über die anstehenden Maßnahmen informiert.
Der SPD-Ortsverein für Uppenberg, Kreuzviertel und Neutor hat übrigens einen neuen Vorstand und eine Doppelspitze. Gemeinsam führen nun Laura Maxellon und Cedric Hoyer die Partei im Stadtteil. Zu ihren Stellvertreter*innen wurden von der Mitgliederversammlung die Ratsfrau Hedwig Liekefedt und der ehemalige Fraktionsgeschäftsführer der Links-Partei, Martin Scholz, gewählt. Das Gremium komplettieren der Kassierer Horst Schmidt, der Schriftführer André Bartsch, die Gleichstellungsbeauftragte Lucy Brachem, der Bildungsbeauftragter Maxim Polo Leon und Beisitzerin Gertrud Sparding. Ausgeschieden aus dem Vorstand sind der Vorsitzende Georg Tyrell, der beruflich bedingt nach Bayern verzog, Ruth Pope, Lorenz Wielenga, Thomas Schmidt, Peter Darmstädter und Wilfried Denz.
Container verschwinden – neue Sitzgelegenheiten und mehr Grün
Uppenberg. Rund drei Jahre nach der Einreichung einer Anregung nach § 24 Gemeindeordnung NRW wird der Kanonierplatz in Uppenberg aufgehübscht. Heute (Dienstag, 8. Juni) wird die Bezirksvertretung Münster Mitte über die Verwaltungsvorlage abstimmen. Gemeinsam mit der Nachbarschaftsgruppe „Stammtisch Kreuzviertel-West“ hat das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit den lokalen Politiker*innen einen Entwurf zur Abstimmung vorgelegt. Der Plan sieht unter anderem die Entfernung der vier Glascontainer sowie des Altkleidercontainer und des Container für Elektrokleingeräte vor. Zudem soll eine Hecke den Gehweg vom Rasen trennen. Die Umgestaltung soll ab Oktober erfolgen und wird 28.500 Euro kosten.
Der Zustand des Kanonierplatzes, dem ehemaligen Endpunkt der Roten Linie der Straßenbahn, ist vielen Anwohner*innen schon länger ein Dorn im Auge. So verschwand das öffentliche Bücherregal kurz vor Corona, weil sich dort auch immer mehr Müll ansammelte. Eine größere Umgestaltung des Platzes im Schatten des Kinos Schloßtheater ist nicht so einfach möglich, da die ehemalige Haltestelle (Überdachung und Kiosk) unter Denkmalschutz steht.
Der Plan zur zukünftigen Gestaltung des Kanoniersplatzes in Uppenberg. (Plan: Stadt Münster)
Die Aufwertung der Fläche an der Einmündung der Melchersstraße in die Grevener Straße durch einen neuen Baum, wo bislang die Abfallcontainer stehen, und die Erweiterung der Aufenthaltsfläche könnte zu mehr Akzeptanz und Nutzung des westlichen Teils des Kanonierplatzes führen. Während die Gastronomie des Programmkinos Schloßtheater sehr gut angenommen wird, betrachten viele Platzbesucher den Bereich zwischen Kiosk und Grevener Straße eher abwertend. Dies dürfte sich ändern, so dass im Süden Uppenbergs ein erster nicht rein kommerzieller Treffpunkt für die Einwohner*innen entstehen könnte. Es wird ein rund 5,50 Meter breiter Streifen am Trafohäuschen mit einer wassergebundene Oberfläche versehen. Dort sollen fünf weitere Bänke sowie ein Schachtisch mit vier Hockern aufgestellt werden. Auch unter dem Dach der ehemaligen ÖPNV-Haltestelle sollen eine Banktischkombination und eine neue Bank zusätzliche Sitzmöglichkeiten bieten. So soll auch bei schlechtem Wetter der zukünftige Treffpunkt im Viertel attraktiv bleiben. Entlang der Kanonierstraße wird eine Wildblumenwiese für Farbtupfer sorgen.
Container werden an die Grevener Straße verschoben
Der Kanonierplatz wurde 1897 nach der nahe gelegenen Kaserne des münsterschen Artillerie – Regiments Nr. 22 benannt. Uppenberg war im 19. Jahrhundert vom Militär geprägt. Zwischen Steinfurter und Grevener Straße dominierten Kasernen und sonstige militärische Einrichtung das Viertel.
In Abstimmung mit dem Ordnungsamt und den AWM werden die Glascontainer, der Altkleidercontainer und der Elektrokleingerätecontainer an die Grevener Straße verlagert. Dies wird dort allerdings zu einer weiteren Verschlechterung der Gegebenheiten führen. Die städtische Fläche an der Grevener Straße wird derzeit als Standorf für Stadtteilautos und als kostenfreier Parkplatz genutzt. Vor sechs Jahren hatte die Bürgerinitative Uppenberg erfolglos die Aufwertung dieser Fläche unter anderem durch einen Wochenmarkt beantragt.
Themen der aktuellen Ausgabe: Rumpelstübchen, E-Center, May Ayim, Schweinemastbetrieb, Paul Wulf
Das Blättchen für öffentliche Angelegenheiten „VIELFALT!Das bunte Münster“ 1 / 2021 ist erschienen. „Bleibt das Rumpelstübchen?“ wird auf Seite eins gefragt. Hintergrund ist ein Konflikt zwischen den im Verein „Rumphorst-Viertel i.Gr.“ und dem von der Diakonie getragenen und von der Stadt Münster finanzierten Quartiersmanagement in Rumphorst.
Prakash Chandra Lohani ist Mitglied in der AfD und im September 2020 zum zweiten Mal in den Intergrationsrat der Stadt Münster gewählt worden. Passt das zusammen?
Die Münsteraner Firma Stroetmann will am Hansaring ein 3000 m² großes Einkaufszentrum errichten. Viele Menschen im Viertel möchten dies nicht. Der Rat der Stadt Münster hat nun mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP einen zweiten Versuch gestartet, einen rechtsgültigen Bebauungsplan aufzustellen. Drei Vereine aus dem Hafen-Hansa-Quartier rufen aktuell auf, Einspruch gegen den Weiterbau der aktuellen Ruine auf dem ehemaligen Postgelände einzureichen. Sarah Geselbracht von der Münsterliste schlägt vor, die im Einzugbereich des Projektes wohneneden Menschen über die Zukunft der Baumaßnahme abstimmen zu lassen.
Der Antifaschist Paul Wulf, Opfer der Nazis, wäre am 2. Mai 100 Jahre alt geworden. Der Freundeskreis hat ein Buch zu diesem Ereignis ein umfangreiches, dokumentarisches Buch veröffentlicht. „Ich lehre euch Gedächtnis“ sollte gekauft und gelesen werden.
Der letzte deutsche Kaiser war nicht nur Antisemit sondern auch militaristisch, nationalistisch und antislawisch eingestellt. Zudem stand er an der Spitze der Kolonialmacht Deutschland, die besonders in Afrika unterdrückte und auch massenhaft tötete. Der Genozid an den Herero und Nama ist ein weithin unaufgearbeitetes Kapital deutscher Gewaltherrschaft. Die Lyrikerin und politische Vorkämpferin für Afro-Deutsche und Schwarze in Deutschland, May Ayim, wuchs in Münster auf. Verschiedene Gruppen aus Münster möchten den Kaiser-Wilhelm-Ring als Zeichen gegen Kolonialismus und Rassismus in May-Ayim-Ring umbenennen. Dies als Anerkennung der schriftstellerischen und politischen Arbeit vom May Ayim, die für ein gleichberechtigtes Leben aller Menschen – egal welcher Hautfarbe – eintrat.